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Eine gute Fahrschule erkennen
Was ist eine gute Ausbildung?

Gibt es die optimale Lehrmethode für Fahrschulen?

Es gibt in der Lernpsychologie viele verschiedene Theorien und jede hat etwas für sich. Wenn Sie als Fahrschüler hier auf dieser Webseite gelandet sind, stellen Sie sich wahrscheinlich die Frage, warum der gewünschte Lernerfolg in Ihrer Fahrausbildung nicht eintritt.


Ihr Lernerfolg als Fahrschüler ist der Lehrerfolg Ihres Fahrlehrers.

Damit befinden Sie sich in Abhängigkeit von der Lehrmethode Ihres Fahrlehrers. Wenn Sie also mit der bisherigen Ausbildung in Ihrer Fahrschule nicht zufrieden sind, stellen sich bei Ihnen Zweifel an den eigenen Fähigkeiten ein und es ist ebenso berechtigt, dass Sie die Lehrmethode Ihres Fahrlehrers kritisch überprüfen.

Die optimale Lehrmethode hier jetzt zu verkünden, wäre von mir sehr anmaßend und ich würde sicher von heftiger Kritik erschlagen. Doch ich will Ihnen gerne ein Beispiel dafür geben, was ich unter einer guten Fahrausbildung in einer Fahrschule verstehe.


Beispiel Einbahnstraßen

Wenn Sie die Fahrausbildung beginnen, steht der Begriff Einbahnstraße in enger Beziehung zum Verkehrsschild "Einbahnstraße" und Verkehrszeichen Einbahnstrasse dann noch zum Verkehrszeichen "Verbot einer Fahrtrichtung oder Einfahrt". Wie erkennen Sie eine Einbahnstraße, wenn Sie im Fahrschulwagen sitzen und mit Lenken, Kuppeln, Bremsen und alledem beschäftigt sind? Wenn Sie beim Einbiegen das Schild gesehen haben, dann dürfen Sie sich jetzt eine glatte "1" aufschreiben. Das schaffen nur wenige. Der Fahrschulwagen fährt jetzt also in einer Einbahnstraße und der Fahrlehrer möchte erreichen, dass der Schüler sich anschließend beim Linksabbiegen richtig einordnet und dass diese Lerneinheit sich dem Schüler nicht nur gut einprägt, sondern dass er dieses Verhalten auch in anderen Einbahnstraßen anwenden kann.

Denkimpulse und Lernen durch Entdecken

Der Fahrlehrer: "Fahren Sie mal ein bisschen langsamer, fällt Ihnen in dieser Straße etwas auf?" Der Fahrschüler schaut aufmerksam durch die Windschutzscheibe und plötzlich erhellt sich seine Miene: "Die Autos parken links in Fahrtrichtung!" - Der Fahrlehrer: "Richtig, gut beobachtet!" - "Und jetzt spiele ich mal Prüfer und sage: die nächste Straße links ab bitte!" Sollte jetzt erkennbar werden, dass der Fahrschüler sich nicht ganz links einordnen wird, könnte der Fahrlehrer noch hinzufügen: "Und was macht man, wenn man in einer Einbahnstraße links abbiegen will?" - Wenn der Fahrschüler immer noch nicht erkennt, was von ihm erwartet wird, fügt der Fahrlehrer hinzu: "Und, wie ordnet man sich hier ein?" - "Ganz links", sagt der Fahrschüler und beginnt sich einzuordnen. "Richtig", sagt der Fahrlehrer, "Sie wissen's doch!"

Was ist hier geschehen? Eine ganze Menge: Der Fahrlehrer hat kleine Hilfen (Denkimpulse) gegeben und der Fahrschüler hat sich aktiv beteiligt, er hat durch "Entdecken" gelernt. Das ist eine wichtige Theorie in der Lernpsychologie. Und es kommt noch ein weiterer ebenso wichtiger Aspekt hinzu: Der Fahrschüler hat gelernt, indem er das richtige Verhalten ausübt und dafür gelobt wird. 'Positive Verstärkung' nennen das die Psychologen.



Soweit unser Beispiel, und wie finden Sie das? Also ich finde das wunderbar. So macht der Fahrlehrerberuf Spaß und der Fahrschüler freut sich auf die nächste Fahrstunde. Das ist gute Ausbildung in einer guten Fahrschule. Der Fahrschüler lernt dadurch, dass er das richtige Verhalten übt und dafür gelobt wird.


Leider ist das nicht immer so machbar, denn manche Fahrschüler kommen dabei schnell zu der Ansicht: Ich kann schon toll fahren, was soll ich da noch mehr Fahrstunden machen, denn schließlich kostet das ganze ja auch Geld. Werfen wir deshalb auch einen Blick auf die grausameren Methoden -> Methode: Versuch und Irrtum


Buchtipp: Lass Dir nicht alles gefallen

Der Psychologe Rolf Merkle zeigt Ihnen in diesem Buch, wie Sie sich ohne schlechtes Gewissen und ohne Hemmungen in eigener Sache stark machen können, wie Sie mit Kritik und Ablehnung umgehen können, wie Sie unberechtigte Forderungen abwehren und berechtigte Forderungen selbstsicher vertreten können.

Laß Dir nicht alles gefallen: Wie Sie Ihr Selbstbewußtsein stärken und sich privat und beruflich besser durchsetzen können

Methode: Versuch und Irrtum (trial and error)

Der Fahrlehrer gibt weniger Hinweise und der Fahrschüler macht dadurch mehr Fehler. Erst nach einem Fehler erfolgt ein Hinweis (Tadel) vom Fahrlehrer.

Nachteil: Der Fahrschüler 'übt' das falsche Verhalten und durch den Tadel wird dieses Verhalten außerdem noch verstärkt. Ein Fahrlehrer kann gezwungen sein, diese Methode anzuwenden, wenn der Fahrschüler seine eigenen Fähigkeiten überschätzt.

Es gibt leider Fahrschüler, deren Kenntnisse noch nicht ausreichen, die aber dennoch sehr von ihren Fähigkeiten überzeugt sind und so schnell wie möglich in die Prüfung möchten. Der Fahrlehrer kennt die Schwächen des Schülers jedoch genau und kann dem nicht zustimmen. Die Überheblichkeit und völlige Fehleinschätzung der eigenen Fähigkeiten eines solchen Fahrschülers bedeuten dazu noch eine zusätzliche Gefahr für den Straßenverkehr. Der Fahrlehrer sucht also das Gespräch und möchte den Schüler zur Einsicht bewegen. Doch der Schüler wird dadurch in seiner vorgefassten Meinung oftmals noch verstärkt und findet in seiner Klicke reichlich Zustimmung mit Außerungen wie: "Der will doch nur noch Kohle machen!"


Hinweis:

Bei aller berechtigten Kritik, wir müssen fair sein: Es gibt auch Fälle, in denen uneinsichtige Schüler dem Fahrlehrer das Leben schwer machen.


Nicht immer ist der Fahrlehrer schuld

Wenn ein Schüler seine Leistungen überschätzt, wird der Fahrlehrer versuchen, dem Schüler zu beweisen, dass seine Fähigkeiten noch nicht ausreichen und dass er noch einige Fahrstunden benötigt. Er fährt zum Beispiel schwer erkennbare Einbahnstraßen, gibt keine Hinweise und sagt nach dem Einbiegen nur: "Das war jetzt die dritte Einbahnstraße, in der Sie sich falsch eingeordnet haben." Ein Fahrlehrer kennt seine Stadt und er kann die Fähigkeiten des Schülers einschätzen. Es gibt viele Stellen, an denen der Schüler "vor den Schrank läuft". Leider ist diese Methode nicht so gut, das falsche Verhalten wird durch den Tadel sogar noch verstärkt und ein Lernerfolg tritt nur langsam ein.


Ein schwieriges Verhältnis

Ziel des Fahrlehrers ist jetzt, den Schüler zu einer realistischen Einschätzung seiner tatsächlichen Fähigkeiten zu bewegen. Durch Überschätzung der eigenen Leistung kann die Lernbereitschaft blockiert sein. Es besteht kein Vertrauen mehr und die gegenseitige Wertschätzung ist dahin. Wenn dieser Schüler jetzt darauf besteht, trotz der noch bestehenden Mängel, die Fahrprüfung abzulegen, wird der verantwortungsbewußte Fahrlehrer dem Prüfer vielleicht beiläufig sagen: "Der hat es sehr eilig mit seiner Prüfung" oder noch stärker: "Der wollte unbedingt Prüfung machen." Das bedeutet jetzt nicht, dass der Fahrschüler mit Bestimmtheit durchfallen wird. Der Prüfer wird ihn nur besonders sorgfältig prüfen, und der Prüfer kennt auch seine "Ecken".


Fahrlehrer und Prüfer tragen eine große Verantwortung und wie müssen sich Fahrlehrer und Prüfer fühlen, wenn ein Fahrschüler mit Glück und Nachsicht die Prüfung besteht und noch am Prüfungstag verunglückt, wenn eine Frau mit ihrem Kind am nächsten Tag bei einem Autounfall um's Leben kommt?

Eine gute Fahrschule wird immer bestrebt sein, zufriedene Fahrschüler zu haben, denn das ist die beste Werbung. Dazu gehört auch, dass die Ausbildung so preiswert wie möglich erfolgt. Um dieses Ziel zu erreichen, wird die Ausbildung in einer guten Fahrschule bereits ab der ersten Fahrstunde konzentriert und zielgerichtet sein.


Ein Fahrschüler möchte alles richtig machen

Jeder Fahrschüler möchte alles richtig machen, aber das wird nicht immer gelingen und der Fahrlehrer muss auf Fehler aufmerksam machen.
Mancher Fahrschüler kann das jedoch nicht so gut vertragen und fasst die Belehrung als Kritik auf oder er wird auch ärgerlich mit sich selbst, wenn sich die Fehler zu sehr häufen.


Beispiel Stopschild

Fahrlehrer: "Da war soeben ein Stopschild", Fahrschüler: "Ich habe aber doch gehalten" oder "Da kam doch keiner"

Für den Fahrschüler gibt es nur eine sinnvolle Reaktion in diesem Falle: Ich werde beim nächsten Stopschild darauf achten, dass mein Fahrzeug richtig zum Stillstand kommt.


Beispiel Sicherheitsabstand: Fahrlehrer: "Das war zu dicht am Radfahrer", Fahrschüler: "Aber da war doch Platz genug" oder ähnlich ...


Jede Diskussion in solchen Fällen, kostet nur die Zeit und das Geld des Fahrschülers. Vertrauen Sie einfach darauf, dass Ihr Fahrlehrer die Situation richtig einschätzen kann. Es geht Ihnen ja nicht um nette Konversation, sondern darum, dass Sie etwas lernen und zwar in möglichst kurzer Zeit.


Fazit:

Leider lässt sich die erste Methode mit Hinweisen und Lob nicht immer aufrecht erhalten, denn mancher Fahrschüler beginnt leider schnell sich zu überschätzen, wenn er praktisch keine Fehler macht und viel gelobt wird. Fahrstunden kosten ja auch Geld und schnell kommt die Erkenntnis: Wozu noch mehr Geld ausgeben, wenn ich doch schon so toll fahren kann.
Eine gute Fahrschule wird in ihrer Ausbildung die richtige Mischung finden. Der Schüler darf nicht die Freude am Fahren verlieren und soll die Zuversicht haben, dass er es schafft. Er soll auch seine Fehler machen dürfen, damit er sieht, wo er steht und seine Anstrengungen nicht nachlassen. Das richtige Konzept ist für jeden Schüler individuell abzustimmen. Lesen Sie zu diesem Thema auch: Führerscheinkosten