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Nervös in Fahrstunde und Prüfung?
Helfen Beruhigungsmittel?

Aufgeregt und nervös in Fahrstunden und Fahrprüfung

Beim Einsteigen zur Prüfungsfahrt ist fast jeder Fahrschüler mehr oder weniger nervös. Es gibt auch Fahrschüler, die ihre Nerven dann nur sehr schlecht kontrollieren können. Einige schauen den Prüfer dann mit einem besonders freundlichen Blick an und seufzen: "Ich bin heute schrecklich nervös." - Das hilft leider wenig und man bekommt nicht den erwünschten Bonus. Vielleicht antwortet der Prüfer: "Ich gebe ihnen noch etwas Zeit zur Beruhigung" und blättert in seinen Unterlagen. Nach einer Weile fragt er dann: "Was denken sie, können wir jetzt anfangen oder möchten sie lieber ganz zum Schluss geprüft werden?


Was kann man tun, um ruhiger zu werden?

Leider nicht sehr viel. Je besser man ausgebildet ist, umso sicherer fühlt man sich. Wenn dann immer noch Angst und Aufregung ein Zeigen des wahren Könnens unmöglich machen, sollte man mit seinem Arzt darüber sprechen. Auf keinen Fall sollte man beim Autofahren Beruhigungsmittel einnehmen. Auch wenn andere Fahrschüler Beruhigungsmittel einnehmen, lassen Sie sich nicht überreden, bei der Fahrprüfung Beruhigungsmittel einzunehmen.

Durch Beruhigungsmittel werden immer auch die Reaktionsfähigkeit und die Wahrnehmung beeinträchtigt. Gerade beim Autofahren benötigen Sie die höchste Konzentration und das Gehirn muss in der Lage sein, alle Reize sofort wahrzunehmen und schnell zu verarbeiten.


Fahrstunde und Kaugummi

Viele schwören zur Beruhigung in der Fahrstunde auf Kaugummi. Das beruhigt leider auch nicht, sondern lenkt allenfalls etwas ab. Ein Teil des Gehirns ist immer mit dem Kauen beschäftigt, die Zunge muss gesteuert werden und den Kaugummi ständig in neue Positionen schieben und Geschmacksnerven sind ebenfalls aktiviert.
Versuchen Sie doch einmal, eine etwas schwerere Rechenaufgabe im Kopf zu lösen und dabei ständig zu kauen. Es steht nicht die volle Kapazität des Gehirns zur Verfügung. Wenn man das fleißig übt, kann man vielleicht lernen, auch mit Kaugummi gut fahren und ich staune auch immer wieder, was manche Jongleure alles gleichzeitig ausführen.

Viele Fahrschüler nehmen Beruhigungsmittel und Kaugummi etc. und schaffen trotzdem die Prüfung, danach empfehlen sie leider meistens jedem anderen Fahrschüler, die gleiche Methode anzuwenden.
Viele nehmen Beruhigungsmittel, aber das ist kein Wundermittel und man sollte sich der Risiken bewusst sein. Beruhigungsmittel können auch zur Abhängigkeit führen.


So schafft man es

Es schwächt, wenn man ständig den Grad seiner Nervosität kontrolliert und beobachtet, wie die Hände zittern und das Herz klopft.


Sympathie kann man beim Prüfer erreichen, wenn man, trotz Nervosität, die Zähne zusammenbeißt und tapfer um den Erfolg kämpft.
Sagen Sie sich: "Ich will es schaffen und ich werde es schaffen!" - Das gibt Ihnen sehr viel Kraft. Ängstliche Fahrschüler, die es schaffen, sich selbst so aufzubauen, wundern sich oft nach der Prüfung darüber, wie leicht es doch war. Wecken Sie in sich selbst die Kämpfernatur.

Wenn der Beruf zu sehr stresst

Wenn Sie zum Beispiel in der Reklamationsabteilung einer großen Versandfirma arbeiten und den ganzen Tag am Telefon die zornigen Klagen empörter Kunden - gewürzt mit diversen persönlichen Beleidigungen - entgegen nehmen müssen, dann können Sie nach Feierabend nicht mehr allzuviel verkraften. Erzählen Sie das Ihrem Fahrlehrer und bitten Sie ihn um einen Fahrtermin morgens um 7:00 Uhr oder gehen Sie etwas später zur Arbeit.

Das gleiche Problem besteht bei übermäßigem Schulstress oder in anderen angespannten Situationen.

Beruhigungsmittel helfen da leider nicht, sie schaden eher.


Glück in der Führerscheinprüfung?

"Glück gehört dazu", diesen Spruch hört man auch oft in Verbindung mit der Führerscheinprüfung. Es ist natürlich bedenklich, wenn Sie bei der Führerscheinprüfung auf das Glück vertrauen und es 'einmal versuchen' wollen. Wenn Sie gut vorbereitet sind, können Sie immer noch Pech haben, das kann man nicht ausschließen. Aber es ist eine bessere Position, wenn es für den Fahrschüler in der Fahrprüfung genügt, kein Pech zu haben, als wenn er auf das Glück angewiesen ist.

Sprüche wie: "Glück gehört auch dazu", können dazu verleiten, zu früh in eine Prüfung zu gehen.
Wenn man auf Glück hofft, ist man sich seiner Schwächen bewußt und zwangsläufig nervös und unsicher. Mit einem Beruhigungsmittel ist dieser Zustand vielleicht leichter zu ertragen, aber bestehende Defizite im Können lassen sich damit nicht hinwegzaubern.
Mancher wird jetzt entgegnen: "Aber ich mach weniger Fehler, wenn ich nicht so nervös bin!"
Wenn jemand ständig bei allen Anforderungen sehr nervös ist, kann nur der Arzt helfen. Viele Tests haben eindeutig erwiesen, dass Reaktionsfähigkeit und die Geschwindigkeit der Entscheidungsfindung nach Einnahme von Beruhigungsmitteln (Tranquilizer) deutlich gemindert ist. Wenn Sie aber fest überzeugt sind, dass Sie die Prüfung mit einem Beruhigungsmittel besser bewältigen können, hilft vielleicht der Placebo-Effekt und Sie schaffen es. Diese Entscheidung muss jeder für sich selbst treffen.