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Ausbildungsstand: Was kann ich?
Wo sind meine Schwachpunkte?

Was kann ich, was noch nicht?

Wenn man das Gefühl hat, bei der Fahrausbildung wenig Fortschritte zu machen oder wenn man eine Fahrprüfung nicht bestanden hat, ist das sicher deprimierend. In dieser Situation ist es wichtig, nach den Ursachen für den Misserfolg zu forschen. Das Problem besteht aus zwei Schwerpunkten:

1. Beherrschung des Fahrzeugs

Das Fahrzeug sollte man wie einen Teil des eigenen Körpers empfinden. Die Kontrolle des Fahrzeugs und seiner Geschwindigkeit beim Anfahren und Lenken sollte weitgehend automatisch geschehen und keine besondere Konzentration erfordern.

2. Übersicht in Verkehrssituationen

Man sollte z. B. in der Lage sein, alle relevanten Einflüsse beim Überqueren einer belebten Kreuzung ohne Ampelregelung zu erfassen. Beim Losfahren sollte man das sichere "Bauchgefühl" haben: Diese Gelegenheit ist gut, es wird nichts schief gehen. Dieses sichere Gefühl hat man auch bei einem Fahrspurwechsel nur dann, wenn man die Situation vollständig erkannt hat.

Das Fahrzeug beherrschen

Abbiegen in eine schmale Straße nach links
Eine Aufgabe, die im ersten Drittel der Ausbildung sitzen sollte:
Sie fahren das grüne Auto und sollen nach links abbiegen.
Auf der Querstraße parkt ein Wagen und verengt die ohnehin schon schmale Fahrbahn.

Beim Heranfahren und Einordnen dürfen Sie nicht über die Fahrbahnmitte hinaus schräg nach links ziehen, denn es könnte immer noch ein Fahrzeug kommen, welches in Ihre Straße einbiegen möchte.

Ein ungeübter Anfänger neigt dazu, beim Anfahren zuerst einmal die Kupplung loszulassen und anschließend zu lenken.
Dabei besteht die Gefahr, dass er zu schnell wird, dadurch nicht mehr rechtzeitig nach links lenken kann und auf den parkenden Wagen prallt. Die Schwierigkeit in dieser Übung ist, dass er verschiedene Handlungen gleichzeitig vornehmen muss. Er muss mit Kupplung- und Gaspedal die Geschwindigkeit kontrollieren und gleichzeitig fehlerfrei lenken.

So ist es richtig:

Er fährt langsam mit schleifender Kupplung an und lenkt dabei gleichzeitig nach links. Er darf die Kontrolle über das Tempo nicht verlieren während er am Lenkrad dreht. Er muss eventuell die Kupplung wieder durchtreten, und den Wagen ein kurzes Stück langsam rollen lassen, um das Lenkrad nach dem Abbiegen wieder gerade zu drehen.

Fahrzeugkontrolle: Kupplung und Anfahren

Wenn Sie im Umgang mit der Kupplung noch unsicher sind, lesen Sie bitte hier über die richtige Bedienung der Kupplung:
Kupplung beherrschen - richtig anfahren


Fahrzeugbeherrschung in schmalen Straßen

Schmale Straße mit Gegenverkehr

Eine enge Straße mit parkenden Fahrzeugen und Gegenverkehr
Auch diese Situation ist für viele Fahranfänger nicht so einfach. Die Straße ist schmal und rechts parken viele Fahrzeuge. Der plötzlich auftretende Gegenverkehr löst bei jedem Fahranfänger, der das Fahrzeug noch nicht sicher unter Kontrolle hat, ein Gefühl zwischen Angst und Panik aus. Er möchte jetzt schnell in die Lücke und ist vielleicht zu hastig.


Wichtig ist: Ruhe bewahren!

Der entgegenkommende Autofahrer darf auch nicht einfach ohne Rücksicht weiterfahren. Der Fahrschüler muss in dieser Situation langsam und kontrolliert soweit in die Lücke fahren, wie es nötig ist, um ausreichenden Platz zu schaffen. Dabei soll auch vor dem Auto genügend Abstand bleiben, um anschließend problemlos weiterfahren zu können. Wenn der Platz beim Herausfahren aus der Lücke zu knapp wird, muss man notfalls rangieren und etwas zurücksetzen.
Diese Kontrolle der Geschwindigkeit, in Verbindung mit geschicktem Lenken, benötigt man auch beim Einparken.


Häufige Fehlerquellen

Oft sind es gleiche oder ähnliche Situationen in engen Straßen, die auch auf Prüfungen zu Fehlern führen. Schüler, die dabei gescheitert sind, sagen manchmal: "Ich hab das nicht geschafft, weil ich so nervös war." Es kann aber auch sein, dass der Schüler so nervös war, weil er noch zu unsicher ist und diese Situation nicht ausreichend geübt hat. Auch wenn es stressig ist, enge Straßen mit parkenden Fahrzeugen und häufigem Gegenverkehr sollten mit dem fortgeschrittenen Fahrschüler gezielt aufgesucht werden.

Fahrspurwechsel

Eine schwierige Aufgabe für den Fahrschüler ist ein Fahrspurwechsel im fließenden Verkehr. Man muss nach rechts oder links den Fahrstreifen wechseln können und dabei sicher die richtigen Lücken erwischen, ohne dass andere zu Bremsmanövern gezwungen werden.

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Das Wechseln der Fahrspur im dichten Verkehr zu üben, ist für den Schüler sehr stressig. Besser ist es, den Spurwechsel zunächst auf unbelebten Straßen zu üben. Der Schüler lernt angstfreier und kann sich auf den Ablauf der einzelnen Schritte besser konzentrieren. Er soll auf Fahrbahnmarkierungen achten, den weiteren Straßenverlauf erkennen, den nachfolgenden Verkehr beachten und dabei seine Fahrgeschwindigkeit kontrollieren und den Blinker nicht vergessen. Nur wenn er dieses Schema beherrscht und das Fahrzeug unter Kontrolle hat, kann er sich auf die Verkehrssituation konzentrieren und den Spurwechsel auch im starken Verkehr fehlerfrei bewältigen.

Vorausschauend fahren

Neben der Fahrzeugbeherrschung ist die rechtzeitige Wahrnehmung aller relevanten Einflüsse in jeder Situation von großer Bedeutung.
Man muss vorausschauend fahren und z.B. beim Linksabbiegen an der nächsten Kreuzung die Reihenfolge der Aufgaben beherrschen. Auch sollte man genug Aufmerksamkeit und Fantasie haben, Gefahren zu erkennen, die nicht sichtbar sind. Beispiel: An der rechten Seite steht ein großer Container mit Bauschutt. Es könnten plötzlich Kinder hinter dem Container hervorkommen und achtlos über die Fahrbahn laufen.
Schreiben Sie sich Situationen auf, in denen Sie noch unsicher sind und bitten Sie Ihren Fahrlehrer, diese gezielt zu üben. Sagen Sie nicht: "Ich möchte, dass wir das und das üben" sondern besser: "Dabei habe ich noch Angst, können wir das mal üben? - Ein bisschen Diplomatie kann ja nicht schaden.

Das richtige Autofahren lernt man sowieso erst später?

Auch das ist so eine Redensart, die von Fahranfängern gerne falsch interpretiert wird. Es ist eine Tatsache, dass Erfahrung und Routine mit der Fahrpraxis zunehmen, aber 'richtig fahren' sollte man bei der Fahrprüfung schon können.

Fazit:

Wenn Sie einen Fehler gemacht haben, erforschen Sie die Ursache, Sie selbst können das am besten.
Versuchen Sie festzustellen, wo Sie stehen. Schätzen Sie selbst, wieviel Stunden Sie noch benötigen. Haben Sie dabei als Lernziel nicht so sehr die Anforderungen einer Fahrprüfung im Sinn, sondern nehmen Sie als Messlatte die Fähigkeit, gefahrlos und ohne Ängste Auto zu fahren. Dieser Anspruch ist der gleiche, welcher auch in der Fahrprüfung besteht.



Bessere Verkehrsübersicht: Was können Sie selber tun?

Erfahren Sie einige ungewöhnliche Tipps, wie Sie Ihre Sicherheit verbessern können:
Übersicht in Verkehrssituationen verbessern