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Mängel bei der Fahrausbildung?
Was nicht immer optimal ist

Einen Fahrschüler nach Hause bringen und den nächsten abholen?

Schülerin Laura setzt sich zur ersten Fahrstunde hinter das Lenkrad. Frau Schulz hat soeben ihre Fahrstunde beendet und nimmt auf dem Rücksitz Platz. Sie möchte nach Hause gebracht werden.
Der Fahrlehrer gibt genaue Anweisungen, kontrolliert die Kupplung beim Anfahren und hat seine linke Hand am Lenkrad. Die Fahrt geht geradeaus, aber die Straße ist sehr belebt. Laura klopft das Herz bis zum Halse. "Geben Sie mehr Gas" sagt der Fahrlehrer," ich pass schon auf, dass nichts passiert."
Der Fahrlehrer greift ins Lenkrad, ein parkendes Fahrzeug stand im Wege. Der Eingriff des Fahrlehrers regelt das Problem, Laura ist daran wenig beteiligt. Dann donnert links ein LKW vorbei. Laura fühlt sich wie eine Nichtschwimmerin im Ozean von Haien umgeben. Unter Mithilfe des Fahrlehrers biegen sie schließlich in eine Wohnsiedlung ein und halten vor dem Haus von Frau Schulz. - Endlich eine kleine Pause.
Der Fahrlehrer bespricht mit Frau Schulz die nächsten Termine und telefoniert ein bisschen mit seinem Handy.
Dann wird in dem Wohngebiet noch einige Male das Anfahren und Anhalten geübt, doch schon bald geht es weiter, der nächste Fahrschüler wartet an der Fahrschulfiliale in B-Dorf und muss rechtzeitig abgeholt werden.

Mirabelle-Kühlbox
Der kleine Kühlschrank für das Auto

Als sie dort 5 Minuten zu früh ankommen, geht die Fahrt noch einmal um einen Häuserblock und 2x anhalten und anfahren ist auch noch drin.

Endlich überstanden

Laura nimmt erleichtert auf dem Rücksitz Platz. Der nächste Schüler, Thomas, wird sie jetzt zur Hauptstelle der Fahrschule zurückbringen.

Fahrzeugbeherrschung

Für Laura wäre es besser gewesen, in einer Gegend mit wenig Verkehr die Beherrschung des Fahrzeugs zu üben, das sichere Anfahren, Anhalten, Beschleunigen, Bremsen und Schalten ist Voraussetzung für angstfreies Fahren im Straßenverkehr. Eine gute Übung ist z. B. das Fahren um einen Häuserblock herum und dabei zunächst das Rechts- und dann das Linksabbiegen zu trainieren.

Eigenverantwortung des Schülers

Wichtig ist, dass der Fahrschüler von Anfang an unter eigener Verantwortung fährt. Er darf nur so schnell fahren, dass er dabei auch die Verkehrssituation "lesen" kann. Er muss auf Probleme hingewiesen werden und lernen, wie er diese bewältigt, indem er das richtige Verhalten übt.
Manche Fahrlehrer sagen: "Gleich ins kalte Wasser springen, das härtet ab." - Diese Methode mag für den jungen Mann mit Mopederfahrung zutreffen, aber ob das immer richtig ist, darf bezweifelt werden.

Lernschritte, Lerneinheiten und Lernziele

Für jeden Anfänger ist ein Unterricht in übersehbaren Übungen und Aufgaben unabdingbar. Das gilt beim Erlernen des Autofahrens ebenso wie beim Klavierspielen. Ein Mix aus Grundanforderungen und viel zu komplexen Problemen, die der Schüler noch nicht bewältigen kann, führt zu Unsicherheit und Verdruss. Es ist die Freude am Gelingen, die das Lernen beflügelt.

Beispiel: Autobahnfahrten

Wenn Sie in einer Fahrstunde auf der Autobahn immer nur geradeaus fahren, dann irgendwo abfahren, in Gegenrichtung wieder auffahren und dann wieder ständig geradeaus zurück fahren, so ist das sicher nicht die optimale Ausbildung in einer Fahrstunde auf der Autobahn, aber für den Fahrlehrer stressfreier.

Übungen auf der Autobahn

Sie sollten üben selbständig eine Raststätte anzufahren und dort wieder selbständig die Auffahrt zur Autobahn zu finden. Abfahren, Auffahren, Parkplätze aufsuchen und wieder in den Verkehr einreihen, überholen und die Geschwindigkeit nachfolgender Fahrzeuge richtig einschätzen, das alles muss geübt werden.

Hohe Fahrgeschwindigkeiten

Wichtig ist auch die Erfahrung, wie schnell sich kleinste Lenkfehler bei hoher Fahrgeschwindigkeit auswirken.
Bei längeren Fahrten mit hoher Geschwindigkeit kann das Gefühl für das gefahrene Tempo verloren gehen, deshalb muss das Abfahren mit der richtigen Geschwindigkeit geübt werden. Ein guter Fahrlehrer kennt auch eine Abfahrt, nach der überraschend eine scharfe Kurve folgt, das bringt Erfahrung. Der Fahrschüler muss auf die besonderen Probleme auf Autobahnen und beim Fahren mit hoher Geschwindigkeit hingewiesen werden und lernen, diese Probleme selbständig zu lösen.

Fahrstunde und Unterhaltung

Eine Fahrstunde ist keine Kaffeefahrt. Wenn der Fahrschüler sich ausgiebig unterhalten kann, ist er wahrscheinlich unterfordert und man sollte den nächsten Lernschritt einleiten, der seine volle Konzentration beansprucht. Nur so kommt man weiter.

Unterbrechung der Fahrstunde

Dass der Fahrlehrer zwischendurch kurz mit einem Kollegen spricht oder eine Zeitung kauft, wird kaum ein Fahrschüler beanstanden. Wenn aber der Fahrlehrer in den Supermarkt geht und nach 10 Minuten mit vollen Einkaufstüten wiederkommt, ist das nicht mehr in Ordnung. Das kostet den Schüler ca. 5,00 € bares Geld. Der korrekte Fahrlehrer wird sich dafür entschuldigen und einen Vorschlag machen. Er wird 10 Minuten weniger aufschreiben oder die verlorene Zeit nachfahren oder wenn das wegen nachfolgender Termine nicht geht, bei der nächsten Fahrstunde länger fahren. Wenn ein Fahrlehrer öfter während der Fahrstunde auf Kosten des Schülers Pausen einlegt, ohne darüber ein Wort zu verlieren, wird das Vertrauensverhältnis sehr beeinträchtigt, und die Fahrschule wird Probleme mit der Zufriedenheit ihrer Fahrschüler bekommen.

Fazit:

Es ist völlig in Ordnung, wenn gelegentlich einmal ein Schüler abgeholt oder abgesetzt wird, aber es darf nicht die Regel sein. Die Ausbildung muss zielgerichtet und kontrolliert durchgeführt werden. Eine kleine Unterhaltung und ein gelegentlicher Scherz des Fahrlehrers kann manchmal die Situation entspannen, aber ständiges Gequatsche beim Fahrunterricht behindert den Lernerfolg und wird zum Problem für den Fahrschüler und den Erfolg der Fahrschule.
Nur korrektes Verhalten des Fahrlehrers und des Schülers schaffen das nötige Vertrauen, um auch einmal über Kleinigkeiten hinwegzusehen.